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50 Jahre hinsehen und handeln

Deggendorf. Mit einem Festakt im Kloster Metten hat der Lions Club Deggendorf am Samstagabend seinen 50. Geburtstag gefeiert. Im Mittelpunkt stand ein Festvortrag von Prof. Wolfgang Herrmann, dem Präsidenten der Technischen Universität München.

Deggendorfer Zeitung, 21.06.2010

Gruppenbild vor dem Festakt: MdL Bernd Siebler (v.l.), Lionspräsident Horst Eckl, Vizepräsident Markus Kress, Distrikt-Govenor Wilhelm Siemen, Festredner Prof. Wolfgang Herrmann, Abt Wolfgang Maria Hagl und MdB Barthl Kalb.

Club-Präsident Horst Eckl ging in seinem Grußwort der Frage nach, was den Deggendorfer Lions Club mit dem Kloster Metten verbinde, in dessen Festsaal man das Jubiläum feiere. Es seien zunächst natürlich persönliche Erinnerungen, so Eckl. Die meisten Mitglieder hätten einst in dem Festsaal ihr Abiturzeugnis bekommen. »Neben diesen Erinnerungen sind es aber die vielschichtigen kulturellen, sozialen und gesellschaftlichen Aufgaben, deren Bewältigung wir uns beide als Ziel gesetzt haben«, betonte Eckl. »Dazu sind wir bemüht, gerade der Jugend in Schule und Erziehung ein Fundament auf der Grundlage christlicher Werte und humanistischer Bildung zu vermitteln.«

Das christliche Bekenntnis sei auch für die Lions die Basis, betonte auch Wilhelm Siemen, der Governor des Club-Districts Bayern-Ost. Er erinnerte daran, dass der Deggendorfer Club nur achteinhalb Jahre nach dem ersten deutschen Lions Club gegründet worden sei. Im Zentrum sei damals wie heute die Verpflichtung des Einzelnen für das Wohl der Gesellschaft gestanden. »Lions verkörpert das Aufgeschlossensein, das Helfenwollen«, so Siemen. »Hinsehen und handeln ist heute so aktuell wie in der zeit der Gründung 1960.« Lions sei ebenso international wie nah am Menschen und deshalb in der Region aktiv. Der Club kümmere sich um Kinder und Jugendliche ebenso wie er etwa Hospiz-Einrichtungen unterstütze, verdeutlichte Siemen die Bandbreite der Aktivitäten in der Region.

Als »besonderen Edelstein unter den Charity-Organisationen im Landkreis« bezeichnete der Hausherr, Abt Wolfgang Maria Hagl, den Lions Club Deggendorf. Er habe großen Respekt vor dessen caritativer Initiative, so der Abt.

Der stellvertretende Landrat Josef Färber erinnerte in seinem Grußwort an die zahlreichen Hilfsaktionen der Deggendorfer Lions, etwa die Togo-Hilfe oder die Rumänien-Hilfe, die seit 1995 über 130 Hilfs­transporte organisiert hat.

Festredner Prof. Herrmann ging in seinem Vortrag der Frage nach, wie sich Deutschland im internationalen Wettbewerb, etwa gegen die sich formierenden »Giganten« China und Indien, behaupten könne. Deutschland habe gute CHancen, so das Fazit des TU-Präsidenten, »weil wir in dr Mitte Europas mit 200 Jahren naturwissenschaftlicher Tradition Menschen mit besonderem Bildungsreichtum haben«. Reines »Fachidiotentum« reiche nicht aus. Für die notwendige internationale Zusammenarbeit - in der Forschung wie in der Wirtschaft - sei ein »Gespür für die Menschen in ihren jeweiligen Kulturkreisen« notwendig. Er sei davon überzeugt, so Herrmann, dass die Verständigung der großen Weltreligionen nicht nur für das Zusammenfinden der Menschen in Wissenschaft und Wirtschaft unverzichtbar sei.

Seine wichtigste Schlussfolgerung daraus lautet - und damit schloss sich der Kreis zum Ort des Festakts: »Wir brauchen exzellente Schulen.« Es gehe nicht darum, Naturwissenschaftler und Techniker isoliert auf das Studium vorzubereiten, sondern die Schulen müssten »Talente erkennen und individuell fördern«, so Herrmann. »Wir müssen die Paukschule stärker zur Kreativschule umwandeln.« Junge Leute müssten vor allem dazu erzogen werden, ihr Urteil zu schärfen. Dies erfordere eine »Standfestigkeit in den Grundwerten«. Im interkulturellen Dialog könnten nur die erfolgreich sein, »die selbst eine religiöse Grundüberzeugung haben.«
Der Festakt wurde musikalisch umrahmt vom Ensemble "da capo" unter der Leitung von Josef Gilch. Der Welser Partner Club der Deggendorfer Lions war mit einer Abordnung vertreten, ebenso die Nachbar-Clubs und die Deggendorfer Rotarier.
(Deggendorfer Zeitung, 21. Juni 2010 - stg)

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