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A k t u e l l e s
50 Jahre hinsehen und handeln
Deggendorf. Mit einem Festakt im Kloster Metten hat der Lions Club Deggendorf am Samstagabend
seinen 50. Geburtstag gefeiert. Im Mittelpunkt stand ein Festvortrag von Prof. Wolfgang Herrmann, dem
Präsidenten der Technischen Universität München.

Gruppenbild vor dem Festakt: MdL Bernd Siebler (v.l.), Lionspräsident Horst Eckl, Vizepräsident Markus Kress,
Distrikt-Govenor Wilhelm Siemen, Festredner Prof. Wolfgang Herrmann, Abt Wolfgang Maria Hagl und MdB Barthl Kalb.
Club-Präsident Horst Eckl ging in seinem Grußwort der Frage nach, was den Deggendorfer Lions Club mit
dem Kloster Metten verbinde, in dessen Festsaal man das Jubiläum feiere. Es seien zunächst natürlich
persönliche Erinnerungen, so Eckl. Die meisten Mitglieder hätten einst in dem Festsaal ihr Abiturzeugnis
bekommen. »Neben diesen Erinnerungen sind es aber die vielschichtigen kulturellen, sozialen und
gesellschaftlichen Aufgaben, deren Bewältigung wir uns beide als Ziel gesetzt haben«, betonte Eckl.
»Dazu sind wir bemüht, gerade der Jugend in Schule und Erziehung ein Fundament auf der
Grundlage christlicher Werte und humanistischer Bildung zu vermitteln.«
Das christliche Bekenntnis sei auch für die Lions die Basis, betonte auch Wilhelm Siemen, der Governor
des Club-Districts Bayern-Ost. Er erinnerte daran, dass der Deggendorfer Club nur achteinhalb Jahre
nach dem ersten deutschen Lions Club gegründet worden sei. Im Zentrum sei damals wie heute die
Verpflichtung des Einzelnen für das Wohl der Gesellschaft gestanden. »Lions verkörpert das
Aufgeschlossensein, das Helfenwollen«, so Siemen. »Hinsehen und handeln ist heute so aktuell
wie in der zeit der Gründung 1960.« Lions sei ebenso international wie nah am Menschen und deshalb
in der Region aktiv. Der Club kümmere sich um Kinder und Jugendliche ebenso wie er etwa
Hospiz-Einrichtungen unterstütze, verdeutlichte Siemen die Bandbreite der Aktivitäten in der Region.
Als »besonderen Edelstein unter den Charity-Organisationen im Landkreis« bezeichnete der
Hausherr, Abt Wolfgang Maria Hagl, den Lions Club Deggendorf. Er habe großen Respekt vor dessen
caritativer Initiative, so der Abt.
Der stellvertretende Landrat Josef Färber erinnerte in seinem Grußwort an die zahlreichen Hilfsaktionen
der Deggendorfer Lions, etwa die Togo-Hilfe oder die Rumänien-Hilfe,
die seit 1995 über 130 Hilfstransporte organisiert hat.
Festredner Prof. Herrmann ging in seinem Vortrag der Frage nach, wie sich Deutschland im internationalen
Wettbewerb, etwa gegen die sich formierenden »Giganten« China und Indien, behaupten könne.
Deutschland habe gute CHancen, so das Fazit des TU-Präsidenten, »weil wir in dr Mitte Europas mit
200 Jahren naturwissenschaftlicher Tradition Menschen mit besonderem Bildungsreichtum haben«.
Reines »Fachidiotentum« reiche nicht aus. Für die notwendige internationale Zusammenarbeit
- in der Forschung wie in der Wirtschaft - sei ein »Gespür für die Menschen in ihren jeweiligen
Kulturkreisen« notwendig. Er sei davon überzeugt, so Herrmann, dass die Verständigung der großen
Weltreligionen nicht nur für das Zusammenfinden der Menschen in Wissenschaft und Wirtschaft unverzichtbar
sei.
Seine wichtigste Schlussfolgerung daraus lautet - und damit schloss sich der Kreis zum Ort des Festakts:
»Wir brauchen exzellente Schulen.« Es gehe nicht darum, Naturwissenschaftler und Techniker
isoliert auf das Studium vorzubereiten, sondern die Schulen müssten »Talente erkennen und
individuell fördern«, so Herrmann. »Wir müssen die Paukschule stärker zur Kreativschule
umwandeln.« Junge Leute müssten vor allem dazu erzogen werden, ihr Urteil zu schärfen. Dies
erfordere eine »Standfestigkeit in den Grundwerten«. Im interkulturellen Dialog könnten nur
die erfolgreich sein, »die selbst eine religiöse Grundüberzeugung haben.«
Der Festakt wurde musikalisch umrahmt vom Ensemble "da capo" unter der Leitung von Josef Gilch. Der
Welser Partner Club der Deggendorfer Lions war mit einer Abordnung vertreten, ebenso die Nachbar-Clubs
und die Deggendorfer Rotarier.
(Deggendorfer Zeitung, 21. Juni 2010 - stg)
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